(Motorsport-Total.com) – Zwei absolute Alphatiere im besten Team der Meisterschaft mit dem besten Material.
Diese Kombination ging nicht immer gut, wie prominente Beispiele aus der Motorsport-Vergangenheit beweisen. Egal ob Valentino Rossi vs. Jorge Lorenzo in der MotoGP oder Ayrton Senna vs. Alain Prost in der Formel 1: Wenn sich teamintern um den Titel gestritten wird, dann entstehen zwangsläufig Spannungen.
Doch davon will man bei Ducati momentan noch nichts wissen. Teammanager Davide Tardozzi lobt das erwachsene Verhalten seiner Fahrer (zur Story). Marc Marquez und Francesco Bagnaia schieben sich gegenseitig die Rolle des Favoriten zu. Noch herrscht große Harmonie im Ducati-Werksteam. Das muss aber nicht bedeuten, dass das am Ende der Saison noch so sein wird.
In einem Interview mit Antena 3 äußerte sich Marquez jüngst zum Teamduell mit Bagnaia. Auf Grund der Reife und des Alters erwartet Marquez kein Drama: „Wenn man zwei Hähne im Alter von 22 oder 25 Jahren in denselben Stall steckt, ist das schlecht. Das ist eine Bombe. Aber ich glaube, er ist 27 und ich bin 32. ‚Pecco‘ ist ein Gentleman, er ist ruhig.“
„Wir haben in der Vorsaison zusammen gearbeitet. Wir haben viele Gespräche geführt, um das bestmögliche Motorrad zu entwickeln. Aber wir wissen beide, dass vom ersten bis zum letzten Rennen jeder seine eigenen Interessen auf der Strecke verfolgt“, erklärt Marquez, der 2025 endlich wieder die MotoGP-Krone an sich reißen möchte.
„Aber abseits der Strecke? Ich kenne den Unterschied. Als ich 20 Jahre alt war, konnte ich den Unterschied nicht erkennen. Es war eine Frage von Leben und Tod“, erinnert sich Marquez an seine Sturm- und Drang-Zeit. „Es herrscht Einigkeit innerhalb der Mannschaft. ‚Pecco‘ ist ein Gentleman, er erhebt nie seine Stimme oder so. Aber auf der Rennstrecke ist er der Kämpfer.“
Mit dem Wechsel zu Ducati hat sich Marquez in die bestmögliche Ausgangslage gebracht, um erstmals seit 2019 wieder die MotoGP zu gewinnen. Dafür nahm der Spanier ein Übergangsjahr bei Gresini in Kauf mit dem Wissen, dass für 2025 viele reizvolle Plätze frei werden.
Die schwierige Honda-Zeit hat Marquez abgehakt. Nach seinem Verletzungs-Comeback kämpfte der Ex-Champion lange mit der immer weniger konkurrenzfähigen Honda RC213V und zog Ende 2023 einen Schlussstrich unter das Kapitel HRC.
„Ich kämpfte jedes Rennen darum, Zehnter oder Elfter zu werden. Und das habe ich nicht akzeptiert. Ein Fahrer kann ein Motorrad entwickeln, aber ich bin kein Fahrer, der ein Motorrad entwickelt“, bemerkt er und fügt hinzu: „Ich bin ein Fahrer, der die Mentalität hat, gewinnen zu wollen. Und wenn ich nicht unter den ersten Fünf sein kann, dann ergibt es keinen Sinn.“
Text von Sebastian Fränzschky
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