Die MotoGP-Saison 2025 wird wie geplant in Angriff genommen werden

(Motorsport-Total.com) – Am 30. Januar hat KTM sein Team für die MotoGP-Saison 2025 präsentiert. Die vier Fahrer treten im einheitlichen Design auf.

Das Werksteam und Tech3 sollen in der Praxis wie ein großer Rennstall funktionieren. Mit Pedro Acosta, Brad Binder, Enea Bastianini und Maverick Vinales hat KTM wohl die beste Fahreraufstellung der eigenen MotoGP-Geschichte.

In den vergangenen Wochen gab es im Zuge des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung der KTM AG sowie zweier Töchter viele Fragezeichen, ob es mit dem Rennsport überhaupt weitergehen wird. Am 20. Dezember 2024 hat es vor Gericht die erste Tagsatzung gegeben.

Dabei wurde beschlossen, dass das Verfahren in Eigenverwaltung bis zum 25. Februar weiterlaufen kann. Dann werden die Gläubiger über den Sanierungsplan abstimmen. Allerdings hieß es im AKV-Bericht vom 20. Dezember, dass ein Ausstieg aus der MotoGP geplant sei.

Dem ist allerdings nicht so. „Es kommt jemand von außen, blickt in die Firma und dann gibt es eine Bestandsaufnahme“, sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer über diesen Prozess. „Jede Zahl bei uns im Haus war unter dem Kostenradar.“

„Ich glaube, die Formulierung war unglücklich für die Rennabteilung. Ich bin diesen Leuten auch nicht böse, weil sie das faktisch klargestellt haben. Da gibt es eine Summe, die für Racing ausgegeben wird. Wenn man nicht mehr Rennen fährt, kann man sich diese Summe sparen.“

„Wir haben dann natürlich Gespräche geführt und konnten alle davon überzeugen, dass es nicht gut ist, damit aufzuhören. Mehr möchte ich nicht dazu sagen. Es waren Fakten, die stimmen. Racing kostet Geld und wenn man damit aufhört, kann man sich dieses Geld sparen.“

„Ich glaube aber nicht, dass es eine weise Entscheidung wäre.“ In diesem Zusammenhang lobt Beirer ausdrücklich Insolvenzverwalter Peter Vogl: „Weil er wichtig dabei war zu verstehen, dass der Rennsport ein wichtiger Teil unseres Unternehmens ist.“

„Das ist auch Teil unseres globalen Business-Modells. Wir wären nicht Teil dieses Restrukturierungsprozesses, wenn nicht bewiesen wäre, dass unsere Familie mit dem Rennsport gewachsen ist. Das ging alles Hand in Hand.“

„Wir sind 2017 in die MotoGP eingestiegen. In sechs Jahren konnte die Firma den Umsatz verdoppeln“, nennt Beirer ein Beispiel. Mit dem Einstieg in die MotoGP hat KTM ein neues Marketingfeld betreten, das neue Märkte für die Straßenmotorräder erschlossen hat.

Für die Zukunft ist der Motorsportchef zuversichtlich: „Der 20. Dezember war für uns ein Meilenstein, weil damit festgestanden hat, dass der Rennsport Teil dieses Restrukturierungsverfahrens bleibt. Für diesen Prozess gibt es einen Plan, der funktionieren wird.“

„Deshalb läuft der Sanierungsprozess in Eigenverwaltung bis 25. Februar weiter. Unsere Pläne wurden akzeptiert. Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Ich kann garantieren, dass wir für die Zukunft der Firma einen super, super starken Plan haben.“

„Wir wollen KTM für immer haben, inklusive der Rennabteilung“, betont Beirer. Aber im Zuge des Sanierungsverfahrens musste auch die Motorsportabteilung einsparen. Mit den Marken Husqvarna und GasGas tritt man nicht mehr an.

„Die meisten Dinge wurden schon im Spätsommer erledigt, als wir auf zwölf Werksfahrer reduziert haben. Hinter jedem Fahrer stehen wieder zwei Mitarbeiter. Das wurde reduziert. Wir haben uns auch von einigen Teams getrennt und haben uns auf Orange konzentriert.“

Zum Beispiel endete die finanzielle Unterstützung des IntactGP-Teams mit der Marke Husqvarna in den Klassen Moto2 und Moto3. Auch im Motocross-Bereich wurden Fahrer reduziert, womit man bei Material, Infrastruktur und so weiter Kosten einsparen konnte.

KTM beschäftigt sich auch mit neuem Reglement 2027
„Die Entwicklung des Motorrads ist aber weitergegangen“, betont Beirer in Bezug auf das MotoGP-Projekt. Dabei kommt der Rennabteilung zugute, dass der Insolvenzantrag der KTM AG und zweier Tochterfirmen Ende November gestellt wurde.

Zu diesem Zeitpunkt ist das Material für die Prototypen für das kommende Jahr längst im Haus, die meisten Teile sind bereits produziert und die Entwicklung ist bis auf Details abgeschlossen. Deshalb hat das Verfahren unmittelbar keine Auswirkungen auf 2025.

Interessant ist der Blick auf die MotoGP-Saison 2027, wenn der Hubraum auf 850 Kubikzentimeter reduziert wird. Die ersten Entwicklungen dafür wurden bei den fünf Herstellern bereits begonnen. Auch bei KTM befasst man sich damit.

„Das befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium, weil die Regeln noch nicht zu 100 Prozent feststehen“, sagt Beirer diesbezüglich. „Deshalb kann man jetzt noch kein Motorrad dafür bauen. Unsere Ingenieure sind hier und arbeiten am Motorrad für 2027.“

„Aber jetzt ist noch nicht der Zeitpunkt, um Hardware im Haus zu haben. Nach dem 25. Februar werden wir bezüglich der langfristigen Zukunft mehr Klarheit haben. Dann gibt es noch genug Zeit, um [für 2027] an der Hardware zu arbeiten.“

„Klar ist aber, dass wir bereits am Motorrad für 2027 arbeiten.“ Aus finanzieller Sicht ist eine Regel hilfreich. Denn für Ducati, Aprilia und KTM wird die Motorspezifikation vor dem Saisonstart 2025 eingefroren. Honda und Yamaha sind davon in Concession-Gruppe D ausgenommen.

Dieser „Engine Freeze“ gilt auch für 2026. Es wird zwei Jahre mit dem gleichen Motor gefahren. Das Geld, das man damit spart, ist das Budget für die Entwicklung des 850er-Motors. „Über eine Spanne von drei Jahren gibt man nicht einen Euro mehr aus“, rechnet Beirer vor.

Gottfried Neumeister der richtige Mann
Am 23. Januar hat KTM bekannt gegeben, dass Stefan Pierer als CEO zur Seite rückt und künftig Co-CEO ist. Er tauscht mit Gottfried Neumeister die Rollen, denn er ist nun der neue CEO. Es wird betont, dass das ein lange geplanter Schritt war.

„Stefan Pierer hat schon vor einigen Monaten angekündigt, dass er den Posten als CEO an jemanden übergeben wird“, sagt Beirer zur Personalrochade. „Wir sind alle mit Gottfried sehr glücklich. Das war ein geplantes Szenario.“

„Stefan Pierer hat die richtige Person ausgewählt. Gottfried Neumeister ist ein Racer, weshalb ich keine großen Änderungen erwarte. Ich vertraue unserem Management. Stefan Pierer und Gottfried Neumeister arbeiten unglaublich hart. Ich habe sie Tag und Nacht arbeiten sehen.“

„Es war ein harter Winter. Wir haben alle gemeinsam darum gekämpft, damit diese Firma so bleibt, wie sie ist. Sie ist unsere Leidenschaft, unser Leben. Es wird alles verkleinert, damit wir schlanker werden. Aber es werden in Mattighofen immer noch mehr als 4.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Darum kämpfen wir. Deshalb bin ich überzeugt, dass der 25. Februar für uns gut ausgehen wird.“

Text von Gerald Dirnbeck

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