Fehlerfreier Sonntag: Francesco Bagnaia kassierte 25 Punkte

(Motorsport-Total.com) – Dass die Siegesserie von Marc Marquez ausgerechnet in Austin enden würde, ahnten vor dem dritten Rennwochenende der MotoGP 2025 wohl nur die Wenigsten. Im Grand Prix warf Marquez einen sicheren Sieg durch einen eigenen Fahrfehler weg. Die Bilder erinnerten an das, was man bereits 2019 sah, als Marquez ebenfalls in Führung liegend die Kontrolle über sein MotoGP-Bike verlor. Ducati-Teamkollege Francesco Bagnaia nutzte die Chance und fuhr in Austin zum ersten Saisonsieg, der ihn mit einem Schlag 25 Punkte näher an Marquez heranspülte.

Bagnaia fiel eine extreme Last von den Schultern, denn der Start in die MotoGP 2025 war alles andere als glücklich verlaufen. Die Übermacht des neuen Teamkollegen wirkte sich auch auf die Dynamik im Team aus. Bagnaia, der jahrelang Ducatis Nummer eins war, rückte immer stärker in den Hintergrund, während Marquez für seine Siege gefeiert wurde.

„Ich bin super glücklich und möchte diesen Sieg meinem Team widmen, denn sie sind es, die diese Siegesfeier am meisten verdient haben. Sie sind immer da, arbeiten unermüdlich, nehmen mir die Nervosität und versuchen, alles in technischer Weise umzusetzen“, bedankt sich Bagnaia bei seiner Crew.

„Sie leisten unglaubliche Arbeit, wie immer, und sie haben mich immer gepusht, damit ich mich wieder wohl auf dem Motorrad fühle – und heute hatte ich ein großartiges Fahrgefühl“, beschreibt Bagnaia am Sonntag.

Bagnaia weiß, dass er aus eigener Kraft nicht hätte gewinnen können. „Es stimmt, dass Marc schneller war. Ich war der Zweitschnellste. Als ich sah, dass er gestürzt ist, habe ich mir gesagt: ‚Okay, ich muss genauso weiter pushen.‘ Ich wollte die Lücke zu Alex (Marquez) vergrößern. Die Strategie war ziemlich klar“, beschreibt der Vizeweltmeister.

„Ich wirklich glücklich – auch wenn es nicht meine beste Strecke ist -, denn es ist mein erster Sieg hier“, freut sich Bagnaia über seinen Erfolg. „Ich bin super glücklich, das Gefühl war fantastisch, und so müssen wir weitermachen. Ich weiß, dass es noch nicht vorbei ist, weil ich noch einen weiteren Schritt machen muss, aber heute haben wir einen sehr guten Schritt nach vorne gemacht.“

Francesco Bagnaia dosierte das Risiko besser als sein Teamkollege
Der Renn-Sonntag in Austin verlief bereits vor Marquez‘ Sturz chaotisch. Das Moto2-Rennen entwickelte sich zu einem Reifenpoker, bei dem einige große Namen viele Punkte liegen ließen. In den Minuten vor dem Start des MotoGP-Rennens wechselten die Teams mehrfach zwischen Regenreifen und Slicks.

Der eigentliche Start musste abgebrochen werden, weil viele Fahrer durch die Boxengasse rannten, um zu den Trocken-Bikes zu wechseln. Schlussendlich fuhren alle mit Slicks, doch die Bedingungen waren nicht ideal. Bagnaia ging clever vor und verzichtete darauf, die Randsteine aggressiv zu nutzen. Diese Vorgehensweise sollte sich auszahlen.

Marc Marquez räuberte deutlich entschlossener über die Randsteine. „Ich habe gesehen, dass er die Kerbs sehr aggressiv genommen hat. In Kurve 4 musste man sehr viel vom Kerb mitnehmen, um konkurrenzfähig zu sein. Aber wahrscheinlich war es dort noch ein bisschen nass“, grübelt Bagnaia mit Blick auf den Sturz des Teamkollegen.

„Normalerweise bin ich dort auch drüber gefahren, aber heute war das nicht die richtige Entscheidung. Ich habe es in der Aufwärmrunde kurz ausprobiert und gemerkt, dass der Grip nicht gut war“, berichtet der spätere Sieger.

„Als ich dann sah, dass er so weit auf den Kerb gefahren ist, habe ich direkt gemerkt, dass er das Vorderrad verlieren würde“, zeigt sich Bagnaia alles andere als überrascht vom Sturz des ehemaligen WM-Leaders.

Dreht sich die Dynamik in der Meisterschaft?
Der Sieg auf Marquez‘ Paradestrecke dürfte das zuletzt etwas angekratzte Selbstbewusstsein von Bagnaia deutlich aufpoliert haben. Mit Katar steht ein Kurs bevor, auf dem Bagnaia in der Vergangenheit konkurrenzfähig war. Marquez hingegen zählt den Kurs in Lusail nicht zu seinen Lieblingsstrecken.

„Es war kein einfacher Start in die Saison – von den Tests bis zu den ersten beiden Rennen hatte ich Schwierigkeiten, mein Gefühl beim Bremsen wiederzufinden. Aber dieses Wochenende hat mir sehr geholfen, mich zu verbessern und das Gefühl zurückzubekommen, das ich gesucht habe. Ich bin darüber sehr glücklich“, so der Austin-Sieger.

Im Gesamtklassement robbte sich Bagnaia (75 Punkte) bis auf elf Zähler an Teamkollege Marc Marquez (86 Punkte) heran. Die WM-Führung hat jetzt Alex Marquez (87 Punkte) inne, der bisher jedes Rennen der laufenden Saison als Zweitplatzierter beendet hat.

Text von Sebastian Fränzschky

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