Ducati - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Ducati kämpft immer wieder mit Chattering beim Hinterrad

(Motorsport-Total.com) – Ducati wird in der laufenden MotoGP-Saison 2024 von einem überraschenden Problem heimgesucht, nämlich Chattering – also Vibrationen – beim Hinterrad.

„Ich weiß es nicht, es ist sehr unvorhersehbar“, seufzt Jorge Martin. „Es liegt an der Situation, denn manchmal tritt es auf und dann wieder nicht.“

„Schon beim Malaysia-Test hatte ich bei der Sprint-Simulation Probleme. Aber wir dachten, das lag an den Reifen. Manchmal bekommt man einen Reifen, der nicht perfekt funktioniert. Wir dachten, das war der Fall.“

„In Katar hatte ich das Problem ständig, aber ‚Pecco‘ überhaupt nicht. Er war super schnell und ist Rundenrekorde gefahren. Also dachten wir, dass es an mir liegt. Während des Katar-Wochenendes hatte ich starke Vibrationen im Sprint, aber wir konnten das für das Rennen beheben.“

Ab den Wintertests hat sich abgezeichnet, dass die Rundenzeiten der Motorräder in diesem Jahr deutlich schneller sind als noch im Vorjahr. Die Motorräder wurden verbessert, vor allem im Bereich der Aerodynamik.

Aber auch Michelin hat an den Reifen gearbeitet. „Der größte Schritt kommt von den Reifen. Deshalb treten auch andere Probleme mit dem Motorrad auf, weil wir in Schräglage mehr Grip haben“, vermutet Martin das als Ursache für das Chattering.

Francesco Bagnaia stimmt seinem Markenkollegen zu, dass die Vibrationen kaum vorherzusehen sind, „denn manchmal tritt es nur auf einer Seite auf, manchmal auf der anderen.“ Enea Bastianini hat dagegen nicht so sehr mit Chattering zu kämpfen.

Der zweite Ducati-Werksfahrer vermutet, dass es auch am Fahrstil liegt: „Jorge arbeitet in Schräglage viel mit dem Motorrad. Deshalb könnte bei ihm das Problem größer sein als bei mir.“ Die aktuelle GP24 ist generell stärker von Chattering betroffen als die GP23.

Aber auch die Fahrer mit dem Vorjahresmotorrad berichten hin und wieder über Vibrationen. Im Vorjahr hat man davon nichts gehört. Also könnte es mit den neuen Reifen und dem zusätzlichen Grip in Schräglage zusammenhängen, wie die Fahrer vermuten.

„Es ist schwierig, weil es kein richtiges Chattering ist, sondern Vibrationen vom Hinterrad“, beschreibt Bagnaia und glaubt: „Es scheint, dass es vom neuen Reifen kommt, weil die Konstruktion anders ist.“

Fahrer können nicht zu 100 Prozent attackieren
Momentan hat Ducati noch keine Lösung gefunden. Die Fahrer müssen reagieren, damit Chattering wenn möglich nicht auftritt. „Um es zu vermeiden, muss man den Kurvenspeed etwas reduzieren oder andere Dinge tun“, sagt der amtierende Weltmeister.

Dass die Ducati-Fahrer derzeit das Tempo etwas reduzieren müssen, bestätigt auch Martin: „Momentan kann ich im Rennen nicht zu 100 Prozent attackieren und muss wirklich gut zu den Reifen sein. Dann sind sie sehr konstant.“

„Wenn man aber von Anfang an Chattering hat, dann wird es wirklich schwierig zu fahren. Es hängt also viel davon ab, wie man an ein Rennen herangeht. Starten wir schnell, bekommen wir Mühe. Wir müssen die Reifen momentan gut behandeln und können nicht zu 100 Prozent attackieren.“

„Es scheint, dass wir in Austin von Samstag auf Sonntag etwas gefunden haben. Ich hoffe, es ist jetzt besser. Wenn nicht, dann muss ich versuchen damit zu fahren und das bestmögliche Ergebnis zu holen. In den vergangenen drei Rennen war das Ergebnis nicht so schlecht.“

„Ducati arbeitet hart daran. Denn wenn wir selbst mit diesem Problem diese Ergebnisse schaffen, dann muss man sich vorstellen, was ohne Problem möglich wäre. Ich glaube, dass das Motorrad sehr großes Potenzial besitzt“, ist Martin prinzipiell überzeugt.

Derzeit keine Wildcards für Michele Pirro möglich
Testfahrer Michele Pirro war vor einigen Wochen in Jerez im Rahmen von privaten Testfahrten unterwegs. „Er hat hier kein Chattering berichtet“, ist Bagnaia deshalb für den Grand Prix von Spanien an diesem Wochenende zuversichtlich.

Allerdings ist die Frage, wie lange Ducati brauchen wird, um das prinzipielle Problem zu lösen. Aufgrund der neuen Concession-Regeln wurde Ducati am meisten beschnitten. Es gibt das geringste Reifenkontingent für private Testfahrten.

Außerdem sind keine Wildcards für Pirro erlaubt. Das schränkt die Möglichkeiten ein und sorgt dafür, dass die Stammfahrer mehr Arbeit übernehmen müssen. Aber dafür gibt es beim engen Zeitplan an einem Rennwochenende kaum Zeit.

„Michele kann jetzt nicht mehr die gleiche Arbeit wie früher machen und neue Entwicklungen an einem Rennwochenende testen“, seufzt Bagnaia. „Ich muss deshalb am Rennwochenende verschiedene Dinge ausprobieren.“

„Für den Montagstest haben wir viel geplant, denn wir befinden uns nicht in der besten Situation und müssen uns verbessern“, spricht der Weltmeister Klartext zur aktuellen Situation von Ducati. Trotzdem führt die Marke alle drei WM-Wertungen an.

Text von Gerald Dirnbeck

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